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Bild: KI-generiert
Heizkosten prüfen

Der größte Nebenkostenposten — und der am seltensten geprüfte.

Die Heizkostenabrechnung sieht technisch aus und kommt vom Messdienst — deshalb hinterfragt sie kaum jemand. Dabei lässt sich mit vier Zahlen und fünf Minuten prüfen, ob sie im Kern aufgeht.

Die Rechenprobe zeigt, ob die Abrechnung als Ganzes aufgeht — nicht mehr und nicht weniger. Fragen statt behaupten ist dabei der rote Faden: Wer den eigenen Rechenweg offenlegt und die Annahmen darin benennt, steht auf sicherem Boden.

Die Rechenprobe: Geht die Abrechnung überhaupt auf?

Jede Heizkostenabrechnung enthält die vier Zahlen, die man dafür braucht. Man findet sie auf der Gesamtabrechnung, nicht auf der Einzelabrechnung.

SchrittWas Sie suchenWo es steht
1Eingesetzte Energiemenge in kWh (Gas, Öl, Fernwärme)meist bezeichnet als „Energiekosten" oder ähnlich, auf der Gesamtabrechnung
2Gemessene Wärmemenge für Warmwasser (oft „Qtw")Abschnitt „Ermittlung der Warmwasserkosten" oder ähnlich
3Summe der Wärmemengen aller WohnungenZeile „Verbrauchskosten Heizung" oder ähnlich, Spalte Einheiten
4Rechnung: Schritt 1 minus Schritt 2 minus Schritt 3

Ein Beispiel mit runden Zahlen: Ein Haus bezieht 100.000 kWh Gas. Für Warmwasser sind 35.000 kWh gemessen, an den Wohnungszählern zusammen 38.000 kWh. Gemessen werden also 73.000 kWh — es bleiben 27.000 kWh oder 27 Prozent, die nirgends an einem Zähler ankommen.

Wie viel davon ist normal? Ein Teil ist immer normaler Verlust: Der Kessel setzt nicht die gesamte Brennstoffenergie in nutzbare Wärme um, und auf dem Weg durch das Haus gibt jede Leitung Wärme ab. Wie viel davon zu erwarten ist, hängt vom Nutzungsgrad der Anlage ab — und den kennt in der Regel nur die Verwaltung. Genau deshalb ist die Differenz keine Feststellung, sondern eine Frage: Wird sie sehr groß, gehört sie erklärt.

Wichtig dabei: Die Rechenprobe sagt nichts über einzelne Wohnungen. Ein niedriger Verbrauch kann echte Sparsamkeit sein. Die Rechenprobe prüft das System, nicht die Nachbarn.

So nutzen Sie das Ergebnis. Eine große Differenz ist für sich noch kein Fehler — sie kann bauliche Ursachen haben. Sie ist aber erklärungsbedürftig. Stellen Sie das Ergebnis als Frage an die Verwaltung, nicht als Vorwurf, und legen Sie Ihren Rechenweg offen. So steht die Frage auf sicherem Boden.

Allgemeine Information, keine Rechtsberatung. Rechtsstand Juli 2026. Alle Zahlen sind Beispielzahlen zur Veranschaulichung des Rechenwegs. Für einen konkreten Fall ist die fachkundige oder anwaltliche Prüfung maßgeblich.